Was ist das Ziel der Reise?

von Kai Kemmling / am 07.07.2018 / in Allgemein
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Jetzt habe ich noch das klitzekleine Problem einen Rollerverleih zu finden um mein Ziel „das Achilleion“ zu besuchen.

Ich gehe runter in Richtung Fährhafen und sehe den Grund der vielen Menschen… Gleich drei große Kreuzfahrer, darunter auch die Aida, und zwei Autofähren spucken die Menschenmassen aus um auf verschiedenen Rundreisen die Gäste von a nach b zu bringen.

Vielleicht bin ich die Sache zu naiv angegangen. Korfu kannte ich nur aus dem Reiseführer, den mir meine Mutter zum Geburtstag schenkte. Darin wurde die griechische Gelassenheit suggeriert. So etwas wie hier stand da nicht drin! Ich bin nun gewappnet wenn ich mir Dubrovnik anschauen will. Mal sehen.

Ah! Rent a Scooter! Ich guck mir das mal an und? Oh! Nur große Nummernschilder? Darf ich nicht . Mist!
Die Zeit vergeht auf der Suche zu diesem tollen Ziel zu kommen und ich werde noch unzufriedener.

Dann, immer mehr gefrustet, weil auch das Internet nicht mehr hergab , setze ich mich in dieser proppenvollen Stadt in einem Park auf eine Bank und schaue einen Wasserspeicher an, den die damaligen Besatzer (Engländer) mit altertümlichen Säulen verblendet hatten. Eigentlich ganz hübsch…

Die Frage, die ich mir stelle ist: brauche ich eigentlich das Ziel Achilleion ? Ja, die Kaiserin hat das Teil erbaut und die Decke ist mit Szenen von der Oper “ ein Sommernachtstraum“ bemalt, was Sissi in ihren Tagebüchern oft zitiert und sich mit Titania vergleicht…

Hätte ich gerne mal gesehen. Nur ist es mir das wert? Wieder ein durch die Gänge Geschiebe? Wieder Menschenmassen? Schließlich ist das Bauwerk eines der Hauptattraktionen Korfus…

Ich werde mir bewusst, dass das Ziel der Reise die Reise selbst mit irgendeinem Grund ist und der eigentliche Besuch des Bauwerks als Highlight in den Hintergrund rutscht.
In Büchern und Internet habe ich die Räume eh schon gesehen ohne andere Menschen…

Bin ich menschenscheu?…. Egal!

Ein Hochgefühl kommt wie eine warme Woge über mich und ich freue mich zu einer Entscheidung gekommen zu sein.
Die schlechte Laune ist wie weggeblasen und ich kann wesentlich entspannter am Rande des Trubels die Gerüche eines Gewürzladens auf mich wirken lassen.

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