Automatismen…

von Kai Kemmling / am 04.08.2018 / in Allgemein
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In den letzten Tagen lasse ich es sehr ruhig angehen.
Die Hauptstrecke, die Ziele die ich erreichen wollte sind erreicht und neue Städte bei der Hitze zu besuchen klingt für mich irgendwie so gar nicht erstrebenswert. Alles wäre ein schäbiger Abklatsch dessen was ich bereits erlebt habe. Um so schöner ist es sich bei 4-5 Bft mit anderen Schiffen auf der Kreuz ein Match zu liefern. Leider ziehe ich hierbei meist den Kürzeren…. Vermutlich weil ich auch sehr viel kürzer bin… aber interessant zu beobachten wie die „Gegner“ hektisch versuchen ihr Schiff schneller zu machen. Einmal wird hier am Achterliek gezupft, dort der Niederholer gezogen. Trotzdem macht es Spaß, denn manchmal kann ich zwischen den Inseln den Cap-Effekt nutzen oder eine Bö richtig deuten, sodass ich eine Weile dann doch vor bin. Da freut sich das Seglerherz. Obwohl es um nichts geht…..
Nun bin ich seit Italien (10 Tage) nicht mehr in einem Hafen mit Wasser und Strom gewesen und verbringe die meiste Zeit an Bord.
Das Wasser neigt sich so langsam in Richtung Ende aber Nahrungsmittel habe ich noch so viel, dass ich noch eine Runde Korfu drehen könnte.


Der Körper verlangt jedoch nach Bewegung und ich paddel in die nächste Bucht um auf einem Weg, den ich in der Satelliten – Perspektive gesehen habe, zum nächsten Örtchen zu laufen.
Es ist immer ein komisches Gefühl das Boot alleine vor Anker mit allen Habseligkeiten zu lassen. Wird schon….
Natürlich habe ich mir nach einem gemütlichen Morgen die Mittagshitze für die Aktion ausgesucht 😖
Egal, man kann sich ja in den Schatten setzen… Dann Stiefel ich, nachdem das Board angekettet wurde zu dem Weg und sehe, dass der Weg dann doch etwas steiler ist als gedacht…..


Ich erkämpfe mir den Gipfel um auf der Luvseite schöne, kühlende 4 Bft im Gesicht zu spüren… Jetzt gemütlich bergab und in Richtung Supermarkt, damit ich etwas Gekühltes trinken und Vorräte, die fehlen (z.B. Käse) ergänzen kann.
Bevor ich den Markt betrete wühle ich im Rucksack nach meiner Geldbörse, die ich im Schiff noch von Euro auf Kuna umgerüstet habe und? Wie sollte es auch anders sein? Natürlich im Schiff! Feinsäuberlich verstaut, so, wie ich es immer mache… Der Müßiggang kann tückisch sein, wenn man sich zu sehr auf die Automatismen verlässt. Da war ich wohl zu sehr gechillt..

Lacht der Weggefärte mich gerade aus? …

Egal, schöner Hafen, toller Wind, angenehmer Schattenplatz auf der Parkbank und morgen ein neuer Versuch… So schön kann Urlaub sein!

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